In einigen Wochen: „Kellergassensperre light“

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Die ÖVP-Bezirksräte Raphael Richter und Leonhard Wassiq. Bild: Privat.
Die ÖVP-Bezirksräte Raphael Richter und Leonhard Wassiq. Bild: Privat.
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Es war einer der Aufreger im Jahr 2023: Die temporäre Sperre der Stammersdorfer Kellergasse. Fix ist: Die Sperre kommt am 1. März aus der Winterpause zurück. Geplante Änderungen mussten mangels politischer Einigung um einige Wochen verschoben werden. Ab April soll es ein ,Light‘-Lösung geben.

Während sich viele über die Verkehrsberuhigung in Wiens schönster Kellergasse freuten, gab es auch massig Proteste: In Hagenbrunn tobte nicht nur der dortige Bürgermeister, in Stammersdorf war man über den Umweg über die Brünner Straße und Staus an der Kreuzung mit der Stammersdorfer Straße wenig glücklich. Und sogar eine Petition zur Aufhebung der Sperre wurde initiert und im Gemeinderat behandelt.

Im Winter gab es eine Evaluierung. Tenor: „Die Sperre hat gut funktioniert und soll bleiben.“ Die mangelhafte Beschilderung sollte verbessert werden und eine Lösung für die Überwachung der Sperre gefunden werden. Die Polizei hat für eine permanente Kontrolle nicht ausreichend Kapazitäten. Ab 1. März sollte das ,Fahrverbot‘ deshalb auch nur noch am Wochenende (Samstag, Sonntag und Feiertag von 10 – 22 Uhr) gelten. SPÖ-Bezirksrat Josef Fischer (Leiter der Verkehrskommission) hatte das mit Polizei, Landwirtschafts- und Bauernkammer vereinbart. Doch ÖVP, FPÖ und Grüne haben abgelehnt. Eine ,Kellergasse light‘ ist somit vorläufig verschoben, ab 1. März gilt die gleiche
Regelung wie 2023.

Stammersdorfer Kellergasse: Polizei kontrolliert die temporäre Sperre. Bild: Privat
Stammersdorfer Kellergasse: Polizei kontrolliert die temporäre Sperre. Bild: Privat

Nach einer weiteren Diskussion in der sogenannten ,Präsidiale‘ der Bezirksvertretung gab Bezirksvorsteher Georg Papai nun bekannt, dass die ,Light‘-Lösung doch in wenigen Wochen gelten soll. Demnach wird man Montag bis Freitag zu jeder Zeit ungehindert fahren können. Von Samstag 0 Uhr bis Sonntag 24 Uhr (und Feirtags) gilt dafür eine komplette Durchfahrtssperre. Anrainer und Zulieferer, etc. der Senderstraße sind ausgenommen. Diese brauchen keine eigene Ausnahmegenehmigung. Noch muss es dazu aber eine Ortsverhandlung geben und die Meinung des Hagenbrunner Bürgermeisters wird eingeholt. Lehnt der ab, bleibt alles wie es ist. Wenn nicht, müssen neue Verkehrsschilder produziert werden, was wohl bis April dauern wird.

Ob die neue Regelung langfristig bleibt, ist offen. Die ÖVP akzeptiert die light-Lösung zwar, wünscht sich aber eine weitere laufende Evaluierung. „Wir schätzen den Austausch der Ideen. Doch die aktuelle Lösung ist nicht gut genug. Über 500 Unterschriften aus Stammersdorf sagen klar: Keine Sperre für die Kellergasse! Die aktuelle Durchfahrtssperre sorgt für Chaos bei Anrainern, Landwirten, Besuchern und Polizei“, meint ÖVP-Bezirksrat Raphael Richter.

Die vorgeschlagene neue Lösung findet der VP-Verkehrssprecher „nicht optimal! Freie Fahrt für Pendler und Durchzugsverkehr von Montag bis Freitag, aber an pendlerfreien Wochenendtagen Totalsperre – wie soll das helfen?“ Seine Idee: Eine 15 km/h-Zone von der Kellergasse bis zur Stadtgrenze. Vorteil aus ÖVP-Sicht: Autos würden über die Kellergasse länger brauchen als über die Brünner Straße, Pendler- und Durchzugsverkehrsströme verhindert, weil Navis die Route nicht mehr als schnellste ansehen würden. Richter: „Für diese Lösung benötigt es keine Ausnahmegenehmigungen mehr, keine Baumaßnahmen oder technische Einrichtungen zur Geschwindigkeitsüberwachung und auch die Polizei wäre entlastet.“

Problem: Eine 15 km/h-Zone gibt es in ganz Wien nicht, andere Parteien bezweifeln die Umsetzbarkeit. Übrigens wird nun auch geprüft, ob man die Kellergasse mittels Poller sperren kann. Fortsetzung folgt … -H. Neumayer