Neue Bim-Linie „nur Marketing-Schmäh“?

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Linie 27: Pragerstraße Fahrtrichtung Hausfeldstraße. Fotomontage. Bild: Wiener Linien/Helmer.
Linie 27: Pragerstraße Fahrtrichtung Hausfeldstraße. Fotomontage. Bild: Wiener Linien/Helmer.
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In 18 Monaten fährt die neue Straßenbahnlinie 27 auch in Floridsdorf. Wie intensiv die Verbesserung für Anrainer von Prager und Donaufelder Straße wird, ist umstritten. „Mehr ein Marketing-Schmäh mit – wenn überhaupt – minimaler zeitweiser Intervallverdichtung“, fürchtet Heinz Berger, Klubobmann der Floridsdorfer Grünen.

Während der Laie bei einer zweiten Straßenbahnlinie auf der Prager Straße einen doppelt so dichten Intervall erwarten würde, dürften sich die Hoffnungen nicht erfüllen. Von 28 Haltestellen des 27ers werden sechs neu errichtet, eine 2,4 Kilometer lange Neubaustrecke bis zur U2-Station Aspern Nord entsteht in der Donaustadt. „Auf dem gemeinsamen Streckenabschnitt mit der Linie 26 wird der Öffi-Verkehr mit einem Spitzenintervall von drei Minuten unterwegs sein“, hieß es unlängst in einer Aussendung.

Laut Infos der Grünen „wird nicht der dichtestmögliche Takt gefahren werden“, kritisiert Berger „Das haben die Wiener Linien in der Donaustadt berichtet. Die Taktverdichtung hängt an der Stadtentwicklung in der Donaustadt. Ein dichteres Intervall auf der Prager Straße wäre aber schon jetzt umsetzbar und dringend notwendig und ist nicht abhängig vom 27er.“

Die Wiener Linien wollen sich nicht in die Karten blicken lassen und erklären auf DFZ-Anfrage nur, dass es „aktuell noch keine Fahrpläne für Linien gibt, die 2025 ihren Betrieb aufnehmen“. Wenn man die Infos der ersten Präsentation liest, steht da, dass es zu gewissen Uhrzeiten aufgrund des Bedarfs auch zu einer Synergieleistung kommen wird, sagt Bezirksvorsteher Georg Papai. „Doppelt so oft wird die Straßenbahn auf der Prager Straße etwa zwischen 11 und 14 Uhr nicht fahren“, gibt er offen zu: „Aber es wird auf jeden Fall eine Intervallverdichtung zu jetzt, vor allem zur Rush Hour.“

Heinz Berger (Grüne). Bild: Grüne.
Heinz Berger (Grüne). Bild: Grüne.

„Den Floridsdorfern den 27er als neue Linie zu verkaufen entpuppt sich immer mehr als guter Marketingschmäh“, entgegnet Berger.
Was die Sanierung der Gleise in der Schloßhofer Straße und am Franz-Jonas-Platz angeht, gibt es nicht die allerbesten Nachrichten: Diese sind für eine Modernisierung im Jahr 2025 vorgesehen. „Die Donaufelder Straße und die Prager Straße sind in der Dreijahresplanung ebenfalls bereits berücksichtigt. Die Wiener Linien werden zeitnah über die geplanten Sanierungen informieren“, erklären die Wiener Linien. -H. Neumayer