Rekordmeister mit großer Vergangenheit

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Legendenwand in der Donaufeld-Kabine. Bild: DFZ.
Legendenwand in der Donaufeld-Kabine. Bild: DFZ.
Stein

Rechtzeitig zum Jubiläum soll es auch eine Festschrift geben, die die Donaufelder Historie beleuchtet. Kickten junge Donaufelder um 1910 bei der „Floridsdorfer Austria“ ohne geordneten Spielbetrieb, „erfolgte im Sommer 1912 die offizielle Gründung des ‘1.Donaufelder Fußball-Athletik-Sport-Klub’, berichtet Markus Oswald. Er arbeitet an der Festschrift und sucht noch alte Fotos, Dokumente und Geschichten (Kontakt: srdonaufeld@gmx.at).

1924 entschied man sich für den Amateurismus. Schon davor konnten nach einer Umbenennung in „1.Donaufelder Arbeiter Sportvereinigung“ zwei Meistertitel gefeiert werden. In der 2. Amateurklasse Nord wurde man Meister der Saison 1924/25 und stieg in die 1.Klasse auf. 1926 fusionierte Donaufeld mit dem Floridsdorfer Fußballverein Sparta XXI. „Zwei Highlights aus den ersten Jahren: 1932 erringt der Donaufelder Nachwuchs die Volkert Plakette für die beste Nachwuchsmannschaft von ganz Wien. 1933 gewinnt Donaufeld als einzige unterklassige Mannschaft den wienweiten VAFÖ-Cup“, weiß Oswald zu berichten.

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Als Arbeitersportverein wurde Donaufeld 1934 vom Ständestaat-Regime aufgelöst, bis 1938 wurde als „S.C. Hermann“ (Firmenmannschaft der Hermes Werke) gespielt. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 übernahmen die Donaufelder wieder ihren Platz und Verein. 1940 kam es kriegsbedingt zur Fusion mit dem Fußballverein „S.C. Floridsdorfer Rasenspieler“. Hier liegen die Wurzeln des Namens „S.C. Donaufelder Rasenspieler“, wie auch der Vereinsfarben Rot, Grün und Schwarz.

Nach dem 2. Weltkrieg spielte Donaufeld meist in der neuen Wiener Liga, bis man 1956 abstieg, um zwei Jahre später durchgehend bis 1979 in der Liga zu bleiben. 1965 hieß es vom Ringelseeplatz Abschied nehmen (seit 1919 wurde hier gespielt, davor am ‘Isarfeld’ Ecke Fultonstraße und Mühlschüttelgasse): Die heutige Anlage in der Nordmanngasse wurde von Gerhard Hanappi geplant. 1966 wurde der Vereinsname von „S.C. Donaufelder Rasenspieler“ in „Sportvereinigung Donaufelder Rasenspieler“ in der Kurzform S.R. Donaufeld umbenannt: „1966 hatte Donaufeld als erste unterklassige Mannschaft Wiens mit Kandisin einen Trikotsponsor. Der Süßstoff wurde übrigens in den Vereinigten Chemischen Fabriken in Floridsdorf produziert.“

Die Goldenen Jahre

1979 wurde Donaufeld Meister in der Wiener Liga und somit stieg man zum ersten Mal in die Regionalliga Ost auf. 1986 konnte Donaufeld die Meisterschaft der Wiener Liga und den 3. Sieg des WFV Hallenturniers erringen. Es folgten drei Jahre in der Regionalliga und der sportliche Höhepunkt des Vereins 1990: Der Titel in der Regionalliga Ost und Aufstieg in die 2. Division. Oswald: „In dieser glorreichen Zeit spielten Fußballstars wie Felix Gasselich, Walter Schachner, Andreas Gretschnig oder Petar Brucic bei Donaufeld.“

Im Winter 91/92 durfte Donaufeld zum ersten Mal im legendären Wiener Stadthallenturnier antreten und man gewann gegen Rapid Wien und den Wiener Sportclub. 1992 wurde die neue überdachte Sitzplatztribüne eröffnet – sportlich hieß es Abstieg. 1995 ging es zurück in die Wiener Liga. Mehrere Auf- & Abstiege folgten. Donaufeld ist mit fünf Titeln Rekordmeister in der Wiener Liga.

Nach fast 30 Jahren finanzieller Unterstützung für den Verein trat der langjährige Obmann Erich Fach Ende 2018 von allen Ämtern zurück. In dieser schwierigen Stunde übernahm Stefan Singer als neuer Obmann und zugleich Sponsor (ARS Bauträger GesmbH) Donaufeld.

Donaufeld spielte nie schlechter als in der vierthöchsten Leistungsstufe, was der heutigen Wiener Liga entspricht! In 110 Jahren Geschichte musste der SR Donaufeld ‘nur’ 5mal sportlich absteigen! Und heuer könnte es einen weiteren Titel geben.