Richard-Neutra-Gasse: Trotz Verbot wieder illegaler Moschee-Betrieb?

841
Gebäude des IZIA in der Richard-Neutra-Gasse. Bild: Privat.
Gebäude des IZIA in der Richard-Neutra-Gasse. Bild: Privat.

Neuerlich Aufregung gibt es in der Leopoldauer Richard-Neutra-Gasse: Trotz klarem behördlichen Verbot soll es im Gewerbegebiet neuerlich zu religösen Tätitgkeiten zu kommen. Das berichtet sowohl ein Mitarbeiter eines benachbarten Betriebes, als auch Videos im Youtube-Kanal des IZIA deuten darauf hin.

Rückblick: Im September 2019 stand fest, das Verwaltungsgericht Wien hat entschieden: Eine religiöse Einrichtung im Betriebsgebiet (wie hier der Fall) ist nicht zulässig. Das Islamische Zentrum Wien Imam Ali hat die Beschwerde zurückgezogen. Unser Bericht: Endgültiges Aus: Keine Moschee in der Richard-Neutra-Gasse – sagt Gericht!

Montag informierte ein Mitarbeiter eines benachbarten Unternehmens die DFZ, dass die gesamte letzte Woche jeweils 50 – 100 Gäste im Gebäude, das der Republik Iran gehört und laut aktueller Homepage noch immer vom Islamischen Zentrum Wien Imam Ali genutzt wird, waren – am Wochenende sogar 200. „Aufgrund der geöffneten Fenster war klar zu hören, hier gibt es eine religiöse Tätigkeit.“

Auch im Youtube-Kanal des IZIA sind mehrere eineinhalb stündige Videos abrufbar, die mutmaßlich in der Richard-Neutra-Gasse aufgenommen wurden und das zu belegen scheinen (https://www.youtube.com/channel/UCRevyPOanDXv3OiSSzB8quA).

Screenshot des Youtube-Kanals der IZIA. Bild: Youtube.

Die DFZ hat umgehend die MA37 (Baupolizei) informiert. Dort meint man, „in den letzten Monaten hat es keine diesbezüglichen Anzeigen bei uns gegeben und wir haben daher auch keine Kontrollen durchgeführt“. Nach dem Einlangen der neuen Informationen will man „zielgerichtet Kontrollen durchführen“.

Die Floridsdorfer Zeitung hat schriftlich am Montag und telefonisch um Stellungnahme des IZIA gebeten, jedoch bislang keine Antwort bekommen.

Der Verein Imam Ali wollte die Moschee-Nutzung in dem besonders geschützten Gewerbegebiet erzwingen, doch das Verwaltungsgericht Wien ist in einer Verhandlung über die Versagung der Baubewilligung für eine Moschee der Argumentation der MA37 – Baupolizei gefolgt. „Der zuständige Richter hat dazu erklärt, dass religiöse Einrichtungen im Betriebsbaugebiet (wie hier der Fall) nicht zulässig sind. Daraufhin hat das Islamische Zentrum Imam Ali die Beschwerde zurückgezogen und angekündigt, über Alternativen nachzudenken. Die Rechtsansicht der Baupolizei ist damit bestätigt worden.“, freute sich Gerhard Cech, Abteilungsleiter der Baupolizei im September 2019.

Das „Zentrum der Islamischen Kultur Imam Ali“ wollte auf dem 9500 m2 großem Grundstück in der Richard-Neutra-Gasse (Kaufpreis: 2,5 Millionen Euro) eine Moschee bzw. ein Gebetshaus errichten. Offizieller Käufer ist die Republik Iran, respektive deren Botschaft in Wien.

Auch Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) schloß eine religiöse Nutzung aus: „Faktum ist, dass das Gebiet in der Richard-Neutra-Gasse von der Widmung und dem Fachkonzept Produktive Stadt ausschließlich für Betriebsaktivitäten genutzt werden kann!
Floridsdorf braucht auch starke Industriezonen! Eine Flächenwidmung gibt’s nicht aus Jux und Tollerei.“