Strebersdorf hat jetzt eine Obstoase

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Obstoase in Strebersdorf. Fotos: Walter Fejtek für Ökosoziales Forum Wien.
Obstoase in Strebersdorf. Fotos: Walter Fejtek für Ökosoziales Forum Wien.
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Was wäre, wenn sie beim Spazierengehen gesundes Obst selbst von den Bäumen pflücken könnten? In Strebersdorf geht das jetzt. Der Verein Obststadt Wien hat mit Unterstützung des Bezirks und engagierten Menschen in der Parkanlage Mayerweckstraße Äpfel, Birnen, Granatapfel und Kaki gepflanzt. Der Clou: Ernten können Alle.

Nach zwei Obstparks an der Alten Donau und auf der Donauinsel ist der in Strebersdorf der dritte in Wien. Die kleine Parkanlage der Wiener Stadtgärten verbindet in Zukunft Naherholung für unterschiedliche Bedürfnisse (Kleinkinderspielplatz, Sitzgelegenheiten) mit Obstvielfaltsgenuss direkt von 15 Bäumen und Sträuchern. Hier wachsen seit 5. November klassische Sorten neben besonderen Obst-Raritäten. Von Äpfeln und Birnen bis zu Granatapfel und Kaki! Auch die geheimnisvolle und seltene “Pawpaw” wird dort Wurzeln schlagen.

Für die Obstoase helfen viele Partner zusammen: engagierte Anrainer, der Verein Obststadt Wien, das Ökosoziale Forum Wien, das benachbarte Jugendzentrum, die Bezirksvorstehung Floridsdorf, sowie die Wiener Stadtgärten. Umgesetzt wird der Vielfaltspark gemeinsam mit Buchautor und Obstexperte Sigi Tatschl (“555 Obstsorten für den Permakulturgarten und –balkon“).

Angeregt wurde die Idee der Obstbäume in Strebersdorf durch den Anrainer Matthias Meindorfer, der nun die Nachbarn dort vernetzt und die Pflege koordiniert: „Dass meine Anregung so schnell umgesetzt wurde, freut mich wirklich von Herzen! Die Obstoase ist ein kleiner Schritt mit hohem Mehrwert, ein Projekt für uns und die kommenden Generationen.”

Auch Bezirksvorsteher Georg Papai hat beim Pflanzen mitgeholfen: „Ein Best Practice Beispiel für das gelebte Miteinander in Floridsdorf.“

 Die “Obststadt Wien” wächst diesen November um zwei weitere Obstparks: Im Nordwesten und Süden Wiens schlagen ab sofort rund 30 neue Bäume und Sträucher Wurzeln. Mit der “Obstoase Strebersdorf” und dem “Obstpark Wienerberg” geht die Obststadt ihrer Vision der essbaren Stadt zwei weitere Schritte entgegen: Die WienerInnen sollen beim Spazierengehen gesundes und schmackhaftes Obst kostenlos direkt von Obstbäumen im öffentlichen Raum pflücken können. 

Über die “Obststadt Wien” 

Der Verein „OBSTSTADT WIEN“ wurde 2018 ins Leben gerufen und hat sich seither dieser Vision verschrieben. Möglich werden die Pflanzungen durch die Kooperation von Vereinen, engagierten Bürger*innen und der Stadt Wien. Die Stadt stellt Grundstücke zur Verfügung und unterstützt mit Logistik und Materialien. Vereine organisieren die Pflanzungen und professionelle Begleitung für die engagierten “Obstbaumpat*innen”. Diese pflanzen und pflegen die Bäume gemeinsam. Die Früchte der Pflanzen dürfen aber ALLE ernten – und zwar nach dem FAIR Use Prinzip: so viel, wie man mit beiden Händen tragen kann. 4 große Obstparks und eine Vielfaltsoase gehören (neben kleineren Projekten) nun zur Obststadt Wien: Die Obstparks Alte Donau, Donauinsel, Seestadt und nun auch Wienerberg, sowie die Obstoase als ein erster Vielfaltspark in Floridsdorf. Insgesamt schlagen schon mehr als 100 Obstbäume im Rahmen der “Obststadt Wien” ihre Wurzeln! 

Diese regionalen Obstparks tragen nicht nur zum Klima-, Natur- und Artenschutz bei, sondern laden auch ein, die Entstehung von Lebensmitteln hautnah mitzuerleben. Damit leistet die Obststadt einen Beitrag zum “Lebensmittelaktionsplan “Wien isst G.U.T.” der Stadt Wien, der seit 2020 ein Dach für Initiativen zur nachhaltigen Ernährung in Wien bildet. 

Gemeinderat Josef Taucher hat die Obststadt Wien 2018 mitinitiert und freut sich über deren Gedeihen: “In ganz Wien entstehen kleine Oasen, in denen Obstbäume zu finden sind. Sie werden in Zukunft Früchte für uns, unsere Kinder und Kindeskinder tragen, die wir alle ernten können. Ich danke allen Partnern, die mithelfen, diese Projekte zu realisieren – den Vereinen, den Bezirksvorstehern, den Dienststellen der Stadt Wien und allen voran den Menschen aus der Nachbarschaft, die diese Bäume pflanzen und pflegen.”, so Taucher. 

Angeregt wurde die Idee der Obstbäume in Strebersdorf durch den Anrainer Matthias Meindorfer, der nun die Nachbarn dort vernetzt und die Pflege koordiniert: “Dass meine Anregung, Obstbäume in Strebersdorf zu pflanzen, so schnell umgesetzt wurde, freut mich wirklich von Herzen! Es gab von Anfang an viel positive Resonanz, der Bezirk hat das unterstützt – und nun wurde auch schon gepflanzt. Die Obstoase ist ein kleiner Schritt mit hohem Mehrwert, ein Projekt für uns und die kommenden Generationen.”, so der junge Familienvater. 

Für die Obstoase halfen viele Partner zusammen: engagierte Anrainer*innen, der Verein Obststadt Wien, die Bezirksvorstehung Floridsdorf, die Wiener Stadtgärten, das Ökosoziale Forum Wien sowie das benachbarte Jugendzentrum. Diese gelebte Partnerschaft gefällt auch dem Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai: „Besonders freut es mich, dass hier Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam mit Jugendlichen aus dem benachbarten Jugendzentrum Obstbäume und –sträucher pflanzen und diese künftig auch pflegen. Ein Best Practice Beispiel für das gelebte Miteinander in Floridsdorf.“, so der Bezirksvorsteher anlässlich der Pflanzung. 

Geplant und umgesetzt wurde die kleine Vielfaltsoase mit Obstexperte und Buchautor Sigi Tatschl (“555 Obstsorten für den Permakulturgarten und –balkon“) sowie der Landschaftsplanerin Nadine Fiegl. Diese sehen in den Obstparks mehr als Obstbäume – sie sehen diese auch im Zusammenhang mit der Bewältigung der großen Herausforderungen der Nachhaltigkeit: “Wir pflanzen nicht nur Bäume, wir pflanzen auch Hoffnung! Wo, wenn nicht in einem Obstgarten, können wir uns mit den großen sozialen und ökologischen Herausforderungen beschäftigen und dabei zuversichtlich bleiben.”, so Tatschl. 

Die Pflanzung wurde von einer Einladung des benachbarten Jugendzentrums Strebersdorf zu Bratkartoffeln, Kürbis, Maroni und alkoholfreiem Punsch umrahmt. 

“Diese Pflanzen werden nicht nur köstliche Früchte für tragen, sie leisten auch einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt. Und auch als Orte der Begegnung sind diese Obstparks besonders wertvoll für das soziale Miteinander in unserer Stadt.”, so Victoria Matejka von der Obststadt Wien und René Hartinger vom Ökosozialen Forum Wien abschließend.