Wird die Prager Straße verkehrsberuhigt?

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Enwturf: Alle auf der Prager Straße. Bild: DFZ.
Enwturf: Alle auf der Prager Straße. Bild: DFZ.
Stein

Bezirksvorsteher lässt Fußgängerzone prüfen. Floridsdorfer Hauptstraße: Grünfläche statt 2. Spur?

Im Floridsdorfer Bezirkszentrum könnten mittelfristig gravierende Änderungen bevorstehen: Auf Wunsch von  Bezirksvorsteher Georg Papai wird überprüft, ob ein Teil der inneren Prager Straße verkehrsberuhigt werden könnte. Außerdem könnte die Floridsdorfer Hauptstraße vom Spitz weg stadteinwärts eine der beiden Spuren verlieren.

Rückblick: Vor zehn Jahren verfassten die Verkehrsplaner Rosinak & Co eine umfassende Studie zur Verkehrsberuhigung im 
Bezirkszentrum. Klare Empfehlung: Eine beruhigte Zone rund um das Amsthaus Am Spitz. Passiert ist – zumindest in Bezug auf die eigentliche Empfehlung – nicht viel: Richtung Müller-Durchgang gibt es einen zweiten Schutzweg, die Ampelschaltungen und
Spurführungen von der Floridsdorfer Brücke kommend wurden geändert.

Bezirkszentrum Studie untersuchte verkehrsberuhigung in Etappen. Bild: Rosinak/BV21.
Bezirkszentrum Studie untersuchte verkehrsberuhigung in Etappen. Bild: Rosinak/BV21.

Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache: Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) bestätigt der Floridsdorfer Zeitung, dass er die Verkehrsbehörde MA46 beauftragt hat, zu überprüfen, ob die Prager Straße ab dem Amtshaus bis zur Hermann Bahr Straße (stadtauswärts) in eine Fußgängerzone umgewandelt werden könnte: „Es geht darum, abzuklären, welche Auswirkungen eine solche Maßnahme auf den Verkehr hätte.“

Konkret würde das bedeuten, dass man vom Bettenreiter kommend nicht mehr rechts auf die Prager Straße abbiegen könnte. Statt der etwa 15 Parkplätze würde dann eine bereits 2017 erstmals von Papai (Bild links) und dem damaligen Wohnbau-Stadtrat Michael Ludwig präsentierte Idee verfolgt: Dieser Teil der Prager Straße soll zur Gastro- und Kulturmeile werden. Die Lokale würden die Möglichkeit zu großen Schanigärten bekommen, der Radweg Richtung Straßenbahn verlegt.

Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Alexander Müller.
Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Alexander Müller.

Dass es dem Bezirksvorsteher durchaus ernst ist, beweist seine nächste Aussage: „Ich habe bereits mit den Gastronomen wie dem Griechen, dem Chinesen oder dem Lokal Nachbar gesprochen – alle haben großes Interesse an der Idee gezeigt. Deshalb ist es schade, dass aus dem geschlossenen Neusiedler offenbar kein neues Lokal wird.“ Ob und wie die Idee weiter verfolgt wird, hängt von den Ergebnissen der MA46 ab.

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Die hat auch noch eine zweite Aufgabenstellung: Wie würde sich der Verkehr auf der Floridsdorfer Hauptstraße entwickeln, wenn es stadteinwärts nur noch eine statt derzeit zwei Spuren geben würde. Papai: „Nach den Änderungen Richtung Bezirkszentrum wäre das der nächste Schritt. Den gewonnenen Platz würden wir für Grünflächen direkt am Gehsteig nutzen, die Parkplätze zur verbliebenen Spur verlegen.“ Übrigens würde man dadurch am Ende sogar mehr Parkplätze haben.

Nichts wird es übrigens mit der DFZ-Idee, wie vor 100 Jahren im ersten Abschnitt der Prager Straße eine Baumallee zu machen. Aufgrund der darunter laufenden Leitungen ist das nicht möglich. Sollte aber die Verkehrsberuhigung kommen, könnten baumartige Sträucher in erhöhte Beete gepflanzt werden.

Frömmlgasse Ecke Prager Straße: Gibt es hier bald eine Ampel? Bild: DFZ.
Frömmlgasse Ecke Prager Straße: Gibt es hier bald eine Ampel? Bild: DFZ.

Außerdem: Einen Umbau der Ampel an der Prager Straße mit der Hermann-Bahr-Straße wünscht sich die ÖVP. Demnach soll auch die Frömmlgasse in die Ampelanlage miteinbezogen werden. Durch die Gelenkbusse des 34A käme es immer wieder zu gefährlichen Situationen – einmal gab es gar einen Zusammenstoss von Bim und Bus. Geht es nach der ÖVP, kann man dann von der Frömmlgasse kommend, mit Ampel, auch links abbiegen. -Hannes Neumayer