‘Cooler’ Schlingermarkt wird wieder zum Hingucker

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Bezirksvorsteher Georg Papai und Marktamtsdirektor Andreas Kutheil beim Interview am Markt.Bild: Robert Sturm - cordbase.com
Bezirksvorsteher Georg Papai und Marktamtsdirektor Andreas Kutheil beim Interview am Markt.Bild: Robert Sturm - cordbase.com
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Marktamtsdirektor Andreas Kutheil und Bezirksvorsteher Georg Papai über die Aufwärtsentwicklung am Markt, neue Stände und kommende Projekte.

Nach Jahren der Tristesse ist am Schlingermarkt ständig was Neues los. Was hat den Aufwärtstrend ausgelöst?

Papai: Begonnen hat alles mit der Absicht, den Floridsdorfer Markt attraktiver für die Bevölkerung zu machen. Also haben wir uns hingesetzt und ein Leitbild für den Markt entwickelt. Dieses wurde von allen politischen Parteien im Bezirk mitgetragen und im Bezirksparlament einstimmig beschlossen.

Kutheil: Genau. Und herausgekommen ist ein Plan, wie der Markt im Jahr 2030 aussehen soll. Zentraler Punkt ist dabei der Marktanger, ein freier Platz inmitten der Marktstände. Dort soll eines Tages dann der Bauernmarkt stattfinden, sozusagen vom Rand in die Mitte rücken.

Wenn man auf den Markt kommt, fallen einem die bunten Farben auf.

Papai: Jaja, das schaut sehr gut aus. Das Marktamt und wir haben ein Farbkonzept entwickelt und das Material zur Verfügung gestellt, gemalt haben die Standlerinnen dann selbst. Es hat allen Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Kutheil: Aber nicht nur die Farben sind neu. Wir haben die Beleuchtung am Markt erneuert und mit dem „Michl-Brunnen“ ist uns ein echter „Hingucker“ gelungen. An dieser Stelle stand schon in den 1920er-Jahren ein Brunnen, der dann in den Wirren des 2. Weltkrieges verschwunden ist. Historische Fotos aus dieser Zeit zeigen den Brunnen, nach diesem Vorbild haben wir den Neuen bauen lassen.

Apropos Wasser: Der Sprühnebel am Landparteienplatz sorgt für ganz schön viel Abkühlung.

Kutheil: Das „Tröpferlbad 2.0“, ist eine echt coole Sache. Einer Initiative zur Folge, die Großstadt in den heißen Sommermonaten abzukühlen, haben wir diesen Prototyp am Floridsdorfer Markt mit modernster Technik gebaut. Sensoren messen die Umgebungstemperatur und geben bei Bedarf ein Signal an mehrere Sprühnebeldüsen, um kühlendes Nass abzugeben. Im Zusammenwirken mit den natürlichen Bäumen und Kletterpflanzen entsteht so ein angenehmes Mikroklima, das zum Verweilen einlädt.

Papai: … und wir in Floridsdorf sind stolz darauf, den ersten dieser Cooling-Spots zu haben und damit Vorreiter in der Stadt zu sein. Besonders beliebt ist der Platz während der vielen Veranstaltungen im Sommer. Ob Theateraufführungen, Sommer-Kino oder Geh-Café, hier ist immer was los.

Schlingermarkt-Standler mit Bezirksvorsteher Georg Papai und Marktamtsdirektor Andreas Kutheil  beim Interview am Markt.Bild: Robert Sturm - cordbase.com
Schlingermarkt-Standler mit Bezirksvorsteher Georg Papai und Marktamtsdirektor Andreas Kutheil beim Interview am Markt.Bild: Robert Sturm – cordbase.com

Wie haben sich die Wiener Märkte im Allgemeinen in der Pandemie entwickelt?

Kutheil: Es gab einen großen Zustrom. Wir haben alles Menschenmögliche dafür getan, den Kundinnen das Einkaufen auf den
Märkten während der Pandemie so sicher als möglich zu gestalten. Mit unseren Präventionskonzepten und Kontrollen konnten wir die Märkte durchgehend – auch während der Lockdowns, übrigens als einziges Bundesland in ganz Österreich – offenhalten. Floridsdorf war da keine Ausnahme. Es freut uns natürlich, dass dies bei der Bevölkerung gut angekommen ist und zu einem nachhaltigen Effekt geführt hat.

Wie ist der Bezirksvorsteher mit der momentanen Entwicklung des Schlingermarktes zufrieden?

Papai: Ich bin schon lange Fan des Marktes und erledige sehr viele meiner privaten Einkäufe am Schlingermarkt. Mir gefällt das reichhaltige Angebot, die große Auswahl an Qualitätsware. Durch neue Standlerinnen ist das in den letzten Monaten noch viel besser geworden. Als Beispiel möchte ich die Pizzeria „Lievito 48 am Markt“ benennen. Sie ist mit ihrer original neapolitanischen Zubereitung der Pizzen eine echte Bereicherung nicht nur für den Markt. Das Feinkostgeschäft Gülfirat übersiedelt in einen größeren Stand und wird sein Sortiment erweitern. Auch der Bauernmarkt am Freitag und Samstag ist noch größer geworden. Ich komm einfach gerne hierher.

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Aufmerksame Besucher bemerken, dass auch aktuell wieder am Markt gearbeitet wird. Was passiert hier?

Kutheil: Wir haben gerade zwei leere Stände aufgekauft und von Grund auf renoviert. Die Vergabe wurde gerade abgeschlossen und ich darf Ihnen mitteilen, dass sich eine Bäckerei/Konditorei aus Floridsdorf auf dem Markt ansiedeln wird. Mit den neuen Betreibern soll das Angebot noch breiter werden. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf die Zusammenarbeit mit den neuen Standlerinnen und hoffen, dass auch die Kundschaft die „Neuen“ annimmt.

Papai: Der Schlingermarkt ist Kommunikationsdrehscheibe und Nahversorger zu gleichen Teilen. Das soll in den nächsten Jahren noch verstärkt werden. Die neuen Sitzplätze bei der Brünner Straße verbessern die Eingangssituation und machen den Markt sichtbarer. Als nächstes werden wir uns der Schleifgasse widmen, um auch den Zugang vom Franz-Jonas-Platz zum Markt zu verbessern.

Kutheil: Ich darf noch ein Kunstprojekt erwähnen, welches wir am Floridsdorfer Markt durchführen werden. Zwei junge Fotografinnen sollen den Markt so dokumentieren, wie sie ihn selbst sehen und das dortige Ambiente, die Menschen die dort arbeiten und einkaufen aus ihrer persönlichen Sicht portraitieren. Wir werden dieses Projekt zu Werbezwecken verwenden, um den Markt noch bekannter zu
machen.

Übersicht: Diese Stände gibt es am Schlingermarkt. Design/Grafik Copyright: DFZ / Robert Sturm - cordbase.com
Übersicht: Diese Stände gibt es am Schlingermarkt. Design/Grafik Copyright: DFZ / Robert Sturm – cordbase.com