Donaufeld: ‚Bausperre‘ aufgehoben – drei neue Projekte

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Donaufeld Bauplätze 'An der Schanze
Donaufeld Bauplätze 'An der Schanze". Plan: Wohnfonds Wien.

Im Stadterweiterungsgebiet Donaufeld wurde gestern im Ausschuss des Gemeinderats auf Teilflächen eine ‚Bausperre‘ aufgehoben: Ergebnis sind drei weitere Bauprojekte. Während die NEOS bislang immer gegen eine Verbauung gestimmt haben, „haben sie diesmal der Aufhebung der Bausperre zugestimmt. Anscheinend sind die Neos in der roten Stadtregierung angekommen“, ärgert sich Floridsdorfs ÖVP-Gemeinderat Erol Holawatsch.

Im Donaufeld entstehen im neuen Stadtteil „An der Schanze“ auf etwa neun Hektar 1.400 Wohnungen für rund 3.100 Menschen, über 90 % davon als geförderter Wohnbau. Ingesamt sind 60 Hektar als Stadterweiterungsgebiet geplant. Prinzipiell waren auch die gestern betroffenen Flächen gewidmet. Für den besagten Bereich waren aber noch keine Bebauungsbestimmungen (also Höhe, Dichte, etc.) festgelegt und mit einer Bausperre belegt.

Stein

Die drei Bauplätze (nicht in der Karte oben zu sehen – sie wären ganz links in der Mitte bzw. oben):
Bauplatz B: Antonie-Lehr Straße 5. Geplant ist ein 7-geschossiges Wohnhaus mit 45 Wohneinheiten.
Bauplatz A: Nicole-Fontaine Gasse 7. 10-geschossiges Wohnhaus mit 58 Wohneinheiten.
Bauplatz D:Simone-Veil-Gasse 3. 10-geschossiges Wohnhaus mit 64 Wohneinheiten.

Die Zahl der Wohnungen erhöht sich also um 167. Interessant ist, dass einzelne Grundstücke baureif gemacht werden sollen, während die anderen im gleichen Häuserblock noch blockiert sind. Die Antonie-Lehr-Straße 5 liegt nördlich davon, derzeit relativ isoliert.

„Anscheinend sind die Neos in der roten Stadtregierung angekommen. Ansonsten ist die Zustimmung im Ausschuss für Innovation Stadtplanung und Mobilität nicht zu erklären. Mit Stimmen der SPÖ und Neos wird ein weiteres Stück Erholungsraum und Lebensqualität in Floridsdorf zerstört!“, so ÖVP-Bezirkspartei-Obmann und Gemeinderat Erol Holawatsch. Enttäuscht zeigt sich auch die Planungssprecherin der neuen Volkspartei, Gemeinderätin Elisabeth Olischar: „Stadtplanung braucht Behutsamkeit – bei den aktuellen Plänen in Floridsdorf haben SPÖ/NEOS kein Fingerspitzengefühl bewiesen.“

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Im Dezember 2017 wurde für das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld der Flächenwidmungsplan beschlossen. Die Opposition aus ÖVP, FPÖ und Neos hat im Gemeinderat dagegen gestimmt (im Bezirk auf WIFF). Die Gründe: Direkt neben bestehenden Einfamilienhäusern und Kleingartensiedlungen (KGS An der Schanze) sollen mehrstöckige und proportional zum Umfeld gesehen viel höhere Wohnkomplexe entstehen (unverträglich mit der Umgebung); Die bisherige Freifläche bzw. landwirtschaftlich genutzte Fläche wird verbaut – auch wenn viel Grünraum erhalten werden soll; Infrastruktur fehlt: Angefangen von den Öffis bis hin zu Ärzten, Nahversorgern und Schulen wächst die Infrastruktur erst mit der Siedlung, vielfach auch nicht.

Bereits davor hatte der Bezirk Floridsdorf offiziell (gegen SPÖ und Grüne) eine negative Stellungnahme abgegeben. „Die Grünen, vormals mit Christoph Chorherr ein Verfechter des Projekts, haben sich nun gegen die drei Bauten entschieden. Die Neos wiederum, damals mit Stefan Gara gegen das Projekt, haben nun aus Koalitionsräson zugestimmt“, so die ÖVP-Politiker

Bemerkenswert ist das Verhalten der Grünen: Sie waren bislang immer für den Bau des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld. Gestern haben Sie gegen die Aufhebung der ‚Bausperre‘ gestimmt. Heinz Berger, Klubobmann der Floridsdorfer Grünen: „Aus unserer Sicht ist nicht nachvollziehbar, warum hier jetzt in aller Eile per Ausnahme einzlene Grundstücke baureif gemacht werden. Wir treten für ein ganz normales Widmungsverfahren ein!“