Eingebremste Stadtentwicklung

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Flo 7. Bild: GalCap.
Flo 7. Bild: GalCap.
Stein

Baustellen und Baukräne sind im 21. Bezirk noch immer allgegenwärtig: Alleine im unmittelbaren Bezirkszentrum gibt es mit dem ,Grand Central‘ am Busbahnhof, in der Fahrbachgasse und dem Schulcampus in der Franklinpromenade mehrere Projekte. Die Stadtentwicklungs-gebiete Florasdorf Süd, Roigk-Gründe, Siemensäcker, Marchfeldkanal, Neu Leopoldau oder Schichtgründe sind aber bis auf einzelne Bauten abgeschlossen. Der erste Teil des 60-Hektar-Vorhabens im Donaufeld, ,An der Schanze‘, soll bald starten. Einige aktuelle Projekte:

Das Gal Cap-Neubauprojekt Flo7 mit 168 Wohnungen kennen die meisten als ehemaligen Kadlez am Eck Floridsdorfer Hauptstraße und Jedleseer Straße, das bereits rasant in die Höhe wächst. Im Zusammenspiel mit dem Peak Vienna (Florido Tower) wird es mit der geschwungenen Ecke wohl eines der sichtbarsten neuen Projekte werden.

Im ,Hirschfeld‘ an der Gerasdorfer Straße entsteht auf drei Bauplätzen ein elfteiliges Ensemble mit rund 440 Wohnungen von ÖSW und ARE.

Hirschfeld. Bild: ÖSW.
Hirschfeld. Bild: ÖSW.

 ,Baumstadt‘ nennt die IFA das Projekt in der Werndlgasse: Es kommt sowohl zur Revitalisierung bestehender Gebäude und zu einer Nachverdichtung. In der Werndlgasse 5 und 7 werden 76 Wohnungen gebaut. Die IFA errichtet außerdem in der Jedleseer Straße 104 – 106 25 Wohnungen im Bauherrenmodell.

Mit der „Baumstadt Floridsdorf“ will die IFA ein richtungsweisendes „ökologisches Dorf in der Stadt“ schaffen. Bild: Foto: IFA AG.
Mit der „Baumstadt Floridsdorf“ will die IFA ein richtungsweisendes „ökologisches Dorf in der Stadt“ schaffen. Bild: Foto: IFA AG.

Florasdorf Nord. Das 6B47-Projekt liegt zwischen Koloniestraße und Nordbrücken-Auffahrt. ,Flora Dora Nora‘ wird auf 33.000 m² und 553 Wohnungen kommen.

In der Pilzgasse 33 soll das erste Plus-Energie-Quartier Österreichs mit 225 Wohnungen entstehen. Geplant sind drei Baukörper auf einem gemeinsamen Sockel und eine Kombination Wohnen, Arbeiten und Gewerbe. Entlang der Straßenfronten ermöglicht der Sockel mit Arkaden flexible Nutzungen.

Plus-Energie-Quartier in der Pilzgasse. Bild: Zoomvp Sueba.
Plus-Energie-Quartier in der Pilzgasse. Bild: Zoomvp Sueba.

Zwei zusammenhängende Projekte errichtet Vienna Engineers in der Herrenholzgasse in Stammersdorf: Goldene Zeiten und Stadt küsst Land. 60 Mietwohnungen und 46 Reihenhäuser werden gerade errichtet. 

Zügig voran geht es bei ,TwentyOne‘ an der Siemensstraße. Der nächste Teil des Projektes von Bondi Consult, Central Hub, soll Ende Februar 2025 fertig werden.

Auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses Floridsdorf in der Hinaysgasse 1 entstehen auf rund 10.300 m2 mehrere neue Bildungsbauten. Der Campus soll nach Willi Resetarits benannt werden und geht noch heuer in Betrieb.

6B47 plant an der Brünner Straße bzw. Lundenburger Gasse die Errichtung eines Wohnbaus mit 317 frei finanzierten Mietwohnungen auf sieben Etagen „im kostengünstigen Segment“. Auf den Grundstücken befinden sich derzeit Büro- bzw. Geschäftslokale, die voll vermietet sind. Sämtliche Gebäude werden nach der Bestandsfreimachung abgebrochen.

Das Projekt ,Grand Central‘ am ehemaligen Busbahnhof am Karl-Waldbrunner-Platz hat 12.200 m2 Bürofläche.

Winegg errichtet in der Fahrbachgasse 6-8 92 Wohnungen und hat außerdem ein Projekt Am Spitz 5 mit 123 Eigentumswohnungen statt einem kleinen Althaus.

Wohninvest will in der Pitkagasse 4 die Ex-Bowlingbahn in „Stylische Lofts direkt am Floridsdorfer Markt“ umwandeln.

Entwarnung in Stammersdorf Nord. Begibt man sich auf die Homepage der Stadt Wien und dort auf die Flächenwidmung im Stadtplan, finden sich einige ,Baulandreserven‘. Eine große ist ,Am Hochfeld‘ am Rendezvousberg in Stammersdorf. Auf etwa 30 Hektar nördlich der Hochfeldstraße gilt eine Bausperre. Laut Insidern sind die meisten schmalen und langgezogenen Felder längst im Besitz des Wohnfonds oder von Bauträgern. Von der Stadt Wien heißt es: „Der Rendezvousberg ist durch ehemalige Deponien, Schotterabbau-Flächen und Ruderal-Flächen geprägt. Das Gebiet ist durch den hochwertigen öffentlichen Verkehr und Individualverkehr eine wesentliche städtebauliche Potenzialfläche für die zukünftige Versorgung mit Grün- und Freiflächen sowie für Wohnbauten im Randbereich.“

Doch die MA21 beruhigt auf Anfrage der DFZ: „Für den Bereich beidseits der Brünner Straße gibt es bis dato keinen rechtsgültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan. Für dieses Gebiet sind in absehbarer Zeit keine Veränderungen angedacht. Dementsprechend wurde dieser Bereich 2020 im „Leitbild Grünräume“ als „Grüne Reserve“ ausgewiesen. Das sind Grünräume, die langfristig erhalten bleiben sollen.“

Bausperre im nördlichsten Stammersdorf. Bild: wien.gv.at / Stadtplan.
Bausperre im nördlichsten Stammersdorf. Bild: wien.gv.at / Stadtplan.

Ebenfalls für Stadterweiterung vorgesehen ist auch das Gebiet nördlich des ehemaligen Gaswerks Leopoldau an der Katharina-Scheiter-Gasse Richtung Gerasdorfer Straße. Konkrete Pläne liegen derzeit aber keine vor. Keine Neuigkeiten gibt es bezüglich der Shellgründe an der Leopoldauer Straße und des Nationalbankgeländes in Strebersdorf. -Hannes Neumayer